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Ausnahmen bestätigen die RegelÜber die Heilung von HomosexualitätEine elementare Meinungsverschiedenheit zwischen vielen christlichen Gruppierungen und homosexuell lebenden Christen ist die Frage nach der Heilbarkeit von Homosexualität. Wir haben an dieser Stelle das Gespräch mit einem uns bekannten Betroffenen gesucht, der zu einem Erfahrungsaustausch in einem Interview bereit war. Zwischenraum hat nachgefragt, von welchen heilenden Erfahrungen Christian (1) uns berichten kann... ZR: Christian, du stehst am Anfang einer homosexuellen Partnerschaft, die du verantwortlich vor Gott gestalten möchtest und gleichzeitig bezeichnest du dich als Menschen, der in der Nachfolge Jesu Christi lebt. Deine Lebensbiografie weist aber auch Zeiten auf, in denen du diese beiden Teile deiner Persönlichkeit nicht miteinander vereinbaren konntest und vor allem die Sexualität sehr stark von deinem Christ sein abgespalten hast. Du hast sehr lange, ich glaube über sieben Jahre deines Lebens, versucht, durch Seelsorge, Gebet, Living Waters, Gesprächstherapie und was weiß ich noch alles von homosexuellen Empfindungen geheilt zu werden. Wie denkst du heute über Heilung von Homosexualität? C.: Nun, da könnte ich ein ganzes Buch füllen.... In Diskussionen mit Befürwortern und Befürworterinnen der Heilung von Homosexualität höre ich immer wieder, dass es so viele schon geschafft hätten und nun glückliche Heterosexuelle, oder zumindest Sexuell"Abstinente sind. Bei näherem Nachfragen kennt meist niemand jemanden persönlich oder bezieht sich auf Zeugnisse einer Heilung, die er in Büchern gelesen hat. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese "Heilungs-Zeugnisse" in einem Prozess der Auseinandersetzung und der kleinen Erfolge auf dem Weg weg von einem suchthaften Sexualverhalten sehr schnell als Heilung von Homosexualität ausgegeben werden. Ich frage mich nur, wo sind diese Tausende von Geheilten, von denen immer gesprochen und geschrieben wird. Handelt es sich um einen Mythos? Der bekannte amerikanische Psychiater Dr. Spitzer fand in seinen Bemühungen, für eine entsprechende USA-weite Studie das geeignete Klientel an "geheilten" Homosexuellen zu finden, trotz Unterstützung durch die Ex-Gay-Bewegung letztendlich eine ziemlich kleine Gruppe, die wissenschaftlich nur begrenzt verwertbar war und deren erfolgreiche "Heilung" sich ebenfalls in Grenzen hielt. Lassen die ganzen Heilungsversprechen im Sinne von "Wenn die das geschafft haben, dann schaffst du das auch " Gottes Kraft und Gnade ist ja für alle Menschen gleich? da nicht doch sehr viele Fragen offen— Umso mehr erstaunt es mich, dass sich verantwortliche Personen im Reich Gottes auf diese Mythen stützen und damit ca. 3 bis 5 % ihrer Mitchristinnen und Mitchristen sehr bewusst in die Ecke drängen, indem sie die Heilung von Homosexualität zum erstrebenswerten und erfahrbaren Normalfall erheben, ohne die Erfahrungen von Menschen zu berücksichtigen, die ernsthaft und bis zum Rande der Selbstzerstörung diesen Weg gegangen sind und gehen wollten — ohne Erfolg. Es gerät auch niemand ins Nachdenken, wenn nicht selten die Vorreiter solcher Seelsorge- und Therapieerfolge selbst irgendwann den Weg der Heterosexualität wieder verlassen, weil ihre Identität sich doch nicht so dauerhaft abschütteln ließ. Wir werden dann abgeschoben unter die Rubrik: Zu wenig Glaube, zu wenig Wille, zu wenig Durchhaltevermögen, eben... neurotisch und krank...— Die "Gescheiterten" werden totgeschwiegen, denn was das System ins Wanken bringt, das darf nicht sein. Wenn es eine Haltung gibt, die ich NICHT bei Jesus finde, dann ist es diese! Was sind wir nun? Verlorene Schafe? Gleichwertige Glieder am Leib Christi? Manchmal frage ich mich, ohne dabei überheblich sein zu wollen und zu werden, ob das nicht auch eine Frage sein könnte, die Gott einmal unseren Mitchristen und Mitchristinnen stellen wird: Wie bist du mit deinen homosexuellen Brüdern und Schwestern umgegangen? ZR: Danke für deine Interviewbereitschaft und Gottes Segen für deine Partnerschaft wünschen wir dir. (Da es den Rahmen des Rundbriefes sprengen würde, haben wir dieses Interview stark verkürzt dargestellt). Fußnote:1) Name geändert © 2003 Zwischenraum
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