Nachtgedanken
Wenn sprechende Steine
im Dunkel stehn
und singende Bäume
mit dem Tanz beginnen;
Wenn die graue See
vom Himmel träumt;
und den Mond verschluckt,
verlässt die Wahrheit ihr Versteck
und schleicht sich
heimlich in Gedanken.
Wenn die traurige Erde
endlich atmet
und unzählige Sterne
der Sonne den Rücken kehren;
Wenn es ruhig wird
auf den Landstraßen
und auf der anderen Seite
der Kampf tobt,
kriecht die Einsamkeit
von den Köpfen ins Herz,
wo sie Angst macht und befreit.
Wenn die schönsten Blumen
müde und bescheiden werden
und sich Nordwind
auf die Häuser stützt;
Wenn Regen
den Asphalt in Silber taucht,
Altes neu
Und Neues völlig alt erscheint,
Habe ich mich noch nie so jung gefühlt,
so müde, verletzlich und am Leben.
© 2003 Juliane
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