![]() |
||||||||||||
| zwischenraum | themen | persönlich | treffpunkt | links | ||||||||
Sind Schwule und Lesben beziehungsfähig?Weithin herrscht die Vorstellung von der Beziehungsunfähigkeit von Lesben und Schwulen, die als ein Merkmal des Widergöttlichen solcher Partnerschaften angesehen wird. Aber ist diese Auffassung berechtigt oder beruht sie auf einem Vorurteil gegenüber homosexuellen Menschen? Ich denke in diesem Zusammenhang an eine gute Freundin, die lange um eine Akzeptanz ihrer Homosexualität als Christin kämpfte. Als sie sich von ihrer Partnerin trennte (mit der sie weder verlobt noch verheiratet war), betrachtete dies eine "liebe Mit-Schwester" aus der Gemeinde als Beweis dafür, dass eine homosexuelle Beziehung nie unter dem Segen Gottes stehen kann und seinem Willen keinesfalls entspricht. Interessanterweise wird aber ein Umkehrschluss niemals in Erwägung gezogen: Wer fragt sich womöglich einfach einmal angesichts der massiven Zahlen von Ehescheidungen und gescheiterten Beziehungen (auch in christlichen Gemeinden!), ob Heterosexualität überhaupt von Gott gewollt ist? Wir wollen das schwullesbische Leben nicht schönreden. Auch wir wissen, dass es einen promiskuitiven Lebensstil gibt (und den nicht nur im homosexuellen Bereich). Für uns ist dies aber keine Frage der sexuellen Orientierung, sondern der Integration von Sexualität in das eigene Leben und der Beeinflussung durch Gott auf diesem Gebiet. Letztendlich sind es genau jene, die sich dagegen stark machen, dass wir unsere Sexualität in einer Partnerschaft sichtbar vor Gott und der Gesellschaft leben und unter seinen Segen stellen lassen können, die einen Weg hinaus aus zwischenmenschlicher Unverbindlichkeit versperren. Manchmal denke ich, dass es von ihrer Seite aus öffentlich und offenbar funktionierende homosexuelle Partnerschaften gar nicht erst geben darf, weil dann das ganze Gebäude aus Vorurteilen und Klischeevorstellungen über Homosexualität brüchig würde. Aber wie viele dieser Verlautbarungen, die sich so sicher als Zeugnis für den Willen Gottes verstanden haben, sind für homosexuelle Menschen vielmehr zum Fluch und nicht zum Segen geworden! Wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die in der Szene das suchen, was sie letztendlich nicht bei einem anderen Menschen, sondern nur bei Gott finden können: Die Urerfahrung des Geliebtund Angenommenseins. Es ist uns ein Herzensanliegen, dass immer mehr Schwule und Lesben trotz ihrer negativen und verletzenden Erfahrungen mit anderen Christen dies erleben können. Ebenso wissen jene von uns, die in Partnerschaft leben, dass einem darin nichts geschenkt wird. Beziehung leben ist ein ständiger Liebe-Lernprozess. Wir wollen dazu ermutigen, sich auf dieses Wagnis einzulassen. Wir wünschen Euch allen, dass Ihr durch unsere Artikel neue Impulse bekommt für euer Mensch- und Christsein. Wir wollen Euch ermutigen, den Weg mit Gott (weiter) zu gehen, denn nur Er kann uns Leben in voller Genüge geben. Er hat es uns verheißen und diese Verheißung nicht an die sexuelle Orientierung geknüpft, weder an die heterosexuelle noch an die homosexuelle. © 2004 Günter Baum
|
||||||||||||
|
||||||||||||