Fisch-Logo
    zwischenraum themen persönlich treffpunkt links  
Zum Ausdrucken der Webseiten bitte hier klicken Printversion dieser Seite RSS-Feed

Leben als Partnerinnen

Als die eingetragene Lebenspartnerschaft möglich wurde, dachten Anita und ich kurz darüber nach, sagten uns dann aber: „Wir brauchen das doch nicht wirklich. Unsere Beziehung ist das schon: eine Partnerschaft für‘s Leben. Wir wollen die nächsten 60 Jahre miteinander verbringen. Eigentlich bringt es nur finanzielle Nachteile.“ Aber dann kündigte meine Schwester an, dass sie sich verlobt hatte, und das brachte das ganze Thema „Heiraten“ wieder auf den Tisch. Und irgendwie wollten wir es doch. Also machten wir Nägel mit Köpfen und schauten uns erst einmal Trauringe an. Dann informierten wir uns über die rechtlichen Konsequenzen und hatten ein langes Gespräch mit unserem schwulen Standesbeamten, der es einfach wunderbar fand, dass bei ihm, in der ländlichen Gemeinde, zwei Frauen verpartnert werden wollten. Fünf Wochen nach unserem Entschluss erschienen wir auf dem Standesamt. Nur wir und der Standesbeamte waren bei der Zeremonie anwesend. Er erzählte uns einiges über die Geschichte der Frau in unserem Ort (bei den Römern angefangen...) und danach unterschrieben wir die Dokumente und legten uns die Ringe an. Wir waren verpartnert!

Wir hätten es nie für möglich gehalten, aber durch diese Zeremonie ist unsere Beziehung anders geworden. Wir sind nun wirklich vereint. Auch wenn unsere Beziehung an sich vor der Lebenspartnerschaft nicht anders war als danach, so ist es dennoch anders. Davor waren wir zwei einzelne Individuen, danach waren wir eine Einheit, ein Paar. Vorher dachten wir eher in „du“ und „ich“, nun denken wir in „wir.“ Wir übernehmen noch mehr Verantwortung: für einander, für die andere, für die Beziehung. Es ist nun nicht mehr „dein“ und „mein“ sondern „unser“: unser Haus, unser Auto. Wir teilen nun wahrhaftig unsere Leben miteinander. Wir sind auf Gedeih und Verderb zusammen.

Es ist für Außenstehende nur sehr schwer zu erklären. Das, was wir vor unserer Lebenspartnerschaft schon dachten, dass wir es leben, lebten wir eigentlich erst darin. Es war uns davor nicht weniger ernsthaft. Aber nun war es wirklich Ernst.

Nun bietet uns die Partnerschaft viel mehr Geborgenheit. Es ist nicht so, als ob wir davor nicht die Verantwortung für einander getragen hätten. „In Krankheit und Gesundheit, in Reichtum und Armut...“, das alles hatten wir uns davor schon versprochen. Nun aber IST es wahrhaftig so. Wir sind in der Partnerschaft geborgen, vereint, rund, komplett.

Dies ist die gekürzte Version eines längeren Artikels: Leben als Partnerinnen : von einer Internetbeziehung zu einer Lebenspartnerschaft.

© 2006 Anette Seiler

Zum Ausdrucken der Webseiten bitte hier klicken Printversion dieser Seite RSS-Feed

 

Bookmark bei Connotea  Bookmark bei del.icio.us  Bookmark bei Furl  Bookmark bei Raw Sugar

Bilder zum Themenbereich Zwischenraum