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Peters GeschichteHallo, ich grüße euch. Ich heiße Peter, bin 31 Jahre alt und komme aus Bratislava. Ich sehnte mich danach, mich mit euch zu treffen und ich danke Gott, dass er meinen Wunsch erfüllte. Ich bin Katholiker seit meiner frühen Kindheit und wurde in einer traditionellen katholischen Familie erzogen. Obwohl ich sonntags regelmäßig zum Gottesdienst ging, Gott war mir entfernt und unbekannt. Persönlich habe ich Jesus erst im Alter von zwanzig Jahren kennen gelernt - durch eine kleine Gemeinschaft von jungen Menschen aus unserer Pfarrkirche. Hier entwickelte sich meine Beziehung zu Jesus. Ich nahm ihn in mein Leben als Erlöser und Herrn an. Meiner sexuellen Orientierung war ich mir schon seit meinen frühen Teenager-Jahren bewusst. Ich fühlte mich zu Jungen in meinem Alter hingezogen. Ich wollte es mir nicht einlassen, auch wenn es mir klar war, dass ich schwul bin. Ich war überzeugt, dass es schlecht und schmutzig sei. Es war mein Geheimnis und ich war entschlossen, dass ich es niemals jemandem verrate. Was die Heilung betrifft, war ich immer im Zweifel. Ich glaubte jedoch, dass wenn ich meine Sexualität Jesus aufrichtig hingebe, er wird sie korrigieren und mich zum Hetero verändern. Aber die Änderung kam trotz meinem Vertrauen nicht. Weil mich das spirituelle Leben angezogen hat, dachte ich darüber nach, ob mich der Herr nicht in seinen Dienst ruft. Mit anderen Worten gesagt: ich fühlte, dass ich ein Mönch werden sollte. Ich habe Werke von Johannes dela Cruz und Theresie von Lisieux gelesen und war von ihrer tiefen Liebesbeziehung zu Jesus berührt. Und so sehnte ich mich danach, meine Sexualität auf diese Art und Weise zu erfüllen. Nach dem Abschluss des Konservatoriums trat ich in den Orden der bloßfüßigen Karmelitanen ein und verbrachte sieben Monate im Kloster. Dort hatte ich Zeit genug, mich selbst besser kennen zu lernen. Ich habe viel gelesen und nachgedacht. Ich bin reifer geworden und zu der Erkenntnis gekommen, dass ich dem Gott erst dann näher kommen kann und eine tiefere Beziehung mit ihm haben kann, wenn ich mich selbst annehme, so wie ich bin - auch mit meiner Sexualität. Nach gewisser Zeit kamen meine Vorgesetzten und auch ich zum Schluss, dass das Leben in diesem Orden nicht mein Lebensweg ist. So kam ich wieder nach Hause zurück. Aber es blieb die schwierige Frage in mir, was ich mit meiner Sexualität tun soll. Meine Vorstellung über das Leben in Zöllibat zerbrach. Kurz nach der Rückkehr aus dem Kloster fand ich Arbeit als Lehrer an einer kirchlichen Musikgrundschule, wo ich jetzt schon drei Jahre dabei bin. Außerdem diene ich als Organist in einer Kirche. Ich war ganz unfähig die Last der Einsamkeit weiterzutragen und ich war mir bewusst, dass ich den Anspruch der Keuschheit nicht bestehen kann. Deshalb fing ich an, mir einen Partner durch Internet zu suchen. Während dieser Zeit lernte ich viele verschiedene Menschen kennen und kriegte ein paar gute Freunde. Schon mehr als einen Monat habe ich jetzt eine Bekanntschaft mit einem wunderbaren jungen Mann namens Marcel. Er ist ein Jahr jünger als ich und wohnt in Untermiete in Bratislava. Obwohl wir nur kurz einander kennen, stehen wir uns sehr nahe und wir erfahren eine herrliche Beziehung. Meine Freunde und ich treffen uns jeden Dienstag abends in einer Gay-Bar, wo wir plaudern, diskutieren und manchmal auch beten oder die Bibel lesen. Wir suchen gemeinsam den Weg, unseren Glauben und unsere sexuelle Orientierung im Einklang leben zu können. Wir sind eine offene Gruppe, die für alle Menschen da ist, die ähnliche Probleme haben. Wir sind auch mit ähnlichen Gruppen im Ausland im Kontakt, zum Beispiel mit Courage. Eine große Anregung für uns stellt Zwischenraum dar, und wir empfinden eine geistige Nähe mit euch. Jetzt komme ich noch kurz zu der Lage der Schwulen und Lesben in meiner Heimat. Die Vorurteile den homosexuellen Menschen gegenüber sind bei uns fest verwurzelt. Manche Äußerungen der Kirchenführer und Politiker sind schmähend und spöttisch. Zum Beispiel, im slowakischen Parlament war eine Forderung aufgehoben, dass homosexuelle Menschen nicht als Lehrer arbeiten dürfen. Deshalb muss auch ich persönlich meine sexuelle Orientierung weiterhin geheim halten. Weder meine Kollegen in der Schule, noch meine Familie wissen es. Ich wohne mit meinen Eltern in gemeinsamer Wohnung. Mit Hinsicht auf ihre Vorurteile und schwache Kenntnisse über die Homosexualität, sowie das intolerante Gesellschaftsklima habe ich vorläufig innere Hindernisse es mit meinen Eltern und Schwestern zu besprechen. Trotzdem habe ich unter meinen heterosexuellen Kameraden ein paar gute Freunde bei denen ich menschliche Annahme fühle. Ich glaube jedoch, dass die Lage der homosexuellen Menschen in meinem Heimatland und im ganzen Europa besser wird, wenn wir nicht schweigen, sondern mit dem Mut und öffentlich unsere Würde verteidigen werden. Ich danke euch für euere Aufmerksamkeit. © 2004 Peter
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