Fisch-Logo
    zwischenraum themen persönlich treffpunkt links  
Zum Ausdrucken der Webseiten bitte hier klicken Printversion dieser Seite RSS-Feed

Bin ich ein "schwarzes Schaf?"

"Ich bin niemand anders als ich selbst und brauche auch kein anderer zu sein.
Nur anders will ich noch werden, nämlich noch mehr ich selbst, so wie Gott mich sieht und ich mich immer wieder erkenne,
so wie Gott mich will und ich mich selber schätze."

Hans-Joachim Eckstein

Ich könnte an dieser Stelle vieles schreiben- denn 1000 Dinge bewegen mein Herz und vieles lohnt sich der Mühe des Schreibens...

andererseits haben schon Tausende in Worte gefasst, was auch mir auf der Seele brennt, und ich vermute, sie haben sich verständlicher ausgedrückt als ich das kann...

Deshalb nur diese Momentaufnahme meiner Seele, ein kleiner "Schnappschuss" sozusagen, den ich jetzt mal ins Album hefte, um mich ab und zu an diesen Moment zu erinnern und andere daran teilhaben lassen zu können...

Vor ein paar Jahren hatte ich eine Freundin, mit der mich mein Herz verband wie die Liebe zwischen David und Jonatan, ein Liebesband, das nicht sexueller Natur war. Es war zumindest für mich etwas Außergewöhnliches, die Art und Weise, wenn wir uns begegneten, und die Tatsache, dass Jesus Christus unser Sein und unser Miteinander prägte. Vielleicht war ich damals auch in sie verliebt- das kann ich heute nicht mehr genau beurteilen. Jedenfalls verband uns etwas, was Menschen nicht aus sich selbst schaffen können.

Als ich dieser Freundin "beichtete", dass ich mich in eine Frau verliebt hatte und mit dieser eine lesbische Beziehung eingegangen bin, vermutete ich, dass sie sich von mir abwendet - kamen wir doch beide aus einem sehr freikirchlichen, charismatisch geprägten Hintergrund und hatten von unserem Bibelverständnis her gelernt, dassexualität Sünde sei.

Aber ihre Reaktion war eine ganz andere - sie gab kein vorschnelles Urteil ab, hatte keine Antwort parat, wie Gott über homosexuelle Beziehungen denkt. Sie betete für mich, dass ich in dieser lesbischen Beziehung meinen Glauben und meine Liebe zu Jesus nicht verliere. Ein paar Tage später schickte sie mir ein kleines weißes Stoffschäfchen mit dem Hinweis: "Ich weiß nicht, wie Gott zu deiner lesbischen Beziehung steht, aber ich weiß: Du bist KEIN schwarzes Schaf. Jesus liebt dich ebenso wie mich. Und solange Jesus dein Hirte ist, bleibst du eines seiner geliebten Schafe."

Das war vor knapp 6 Jahren. Leider haben sich unsere Wege voneinander entfernt und wir haben schon lange nichts mehr voneinander gehört (sie lebt in der Schweiz und ich in Deutschland). Ich bin noch immer mit meiner damaligen Lebensgefährtin zusammen und trotzdem trage ich die Freundschaft zu Colette noch immer in meinem Herzen, so wie Jonatan bestimmt auch David in seinem Herzen trug, während sie zeitweise verschiedene Wege gingen. Wir werden uns wieder sehen, das glaube ich sicher und bis dahin ist st befohlen...

Das kleine Schäfchen sitzt an meinem Schreibtisch und beobachtet mich aufmerksam bei meiner Arbeit. Und jedes Mal, wenn es mir in den Blick fällt (und das ist sehr oft!), erinnert es mich daran, dass nicht Menschen richten sollen über Gut und Böse, über "richtig" und "falsch".

Bin ich nun ein schwarzes Schaf? Wer bin ich wirklich?

"Auf die Frage, wer ich bin, gibt es tausend Antworten - ein jeder, der mich kennt, gibt eine andere. Aber welche davon ist die zutreffende, und gibt es verschiedene, welche die für mich verbindliche?

Stimmt das Bild, das meine Freunde von mir haben? Oder liegt die Wahrheit eher auf der Seite meiner Feinde? Kennt mich meine Familie am besten - oder die am allerwenigsten?

Bin ich vielleicht das, was ich tue? Beschränkt sich gar mein Wert auf den Wert meiner Arbeit? Zwar lebe ich oft nur noch, um zu arbeiten - anstatt zu arbeiten, um zu leben - , aber ich weiß wohl letztlich selbst, dass das nur Fluch ist und nicht Antwort auf die Frage nach dem Wesen meines Lebens. ...

Ich denke, also bin ich. Ich fühle, also bin ich. Ich arbeite... Aber begründet das meine Leben?

Bei meiner Suche nach der Person, die ich über alle anderen schätze und auf deren Meinung ich mehr als auf die all der anderen gebe, komme ich, mein Gott, auf Dich- und frage Dich: Wer bin ich?

Was mich zutiefst bestimmt und erfüllt, ist mein Bezogensein auf Dich.

Denn Du liebst mich - also bin ich.

Ich bin von Dir geliebt - das bin ich."

Hans-Joachim Eckstein

© 02.03.2003 Karin B.

Zum Ausdrucken der Webseiten bitte hier klicken Printversion dieser Seite RSS-Feed

 

Bookmark bei Connotea  Bookmark bei del.icio.us  Bookmark bei Furl  Bookmark bei Raw Sugar

Bilder zum Themenbereich Persoenlich

 texte, gedanken
 gedichte
 erlebtes