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"Sind wir an allem Schuld?"

Eltern nehmen Stellung zu den Thesen der Exgay-Bewegung über deren angebliche Rolle bei der "Entstehung" der Homosexualität ihrer Kinder.

Was werden die Leute sagen?

Christine Mühlebach (22), die Tochter, ist Pressesprecherin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS) und damit auch einer breiten Öffentlichkeit als Lesbe bekannt. Da liegt das Coming-out für die Mutter nahe, Doch Liselotte Mühlebach wählt diesen Schritt ganz allein. Anlass ist die Gruppe Freundinnen und Eltern von Lesben und Schwulen (FELS), die sie mitgründen half. FELS ist eine Initiativ-Gruppe, die sich zugunsten der Homosexuellen öffentlich äußern und deren politische Bemühungen um die rechtliche Gleichstellung mit Heterosexuellen mittragen will.

Als Junge Frau hatte Liselotte Mühlebach einen homosexuellen Freund, mit dem sie häufig Bergwanderungen unternahm. Sie genoss die ungezwungene Kameradschaft mit dem Mann.

Auch hatte sie einen homosexuellen Stiefbruder.

Und als sie in Kanada lebte, kannte sie viele Schwule. Lesben dagegen nicht, wundert sie sich.

Dass einmal zwei ihrer nächsten Angehörigen homosexuell sein würden, hätte sie allerdings nie gedacht.

So glaubte sie an eine pubertäre Phase, als ihr älterer Sohn ihr eröffnete, er sei homosexuell und als ihre Tochter ein Jahr später erklärte lesbisch zu sein, meinte sie, dass diese den Bruder imitiere.

Reaktion, mit welcher die Tochter damals schlecht umgehen konnte.

Mühlebach hat viel zum Thema Homosexualität gelesen und liest weiter. Inzwischen gibt sie ihrer Tochter Büchertipps.

Kürzlich stieß sie in einem Buch von Konrad Lorenz gar auf Panterpaare, die sich ein Leben lang treu sind. Auch gewinnt sie der Tatsache dass sie ein spezielles Kind bzw. zwei spezielle Kinder hat, humorvoll den Aspekt ab, dass sie statistisch gesehen, eine ganz normale Familie sind.

Dass ihr Mann die Homosexualität seiner beiden ältesten Kinder schweigend missbilligt, bedauert sie und wünscht, dass er sie als ganze Menschen lieben könnte.

© 2001 Zwischenraum

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