7 Fragen an ... Andreas Malessa, ev.-freik. Theologe & Journalist

Quelle: privat

1. Versöhnung ist ...

unverzichtbar für den seelischen Energiehaushalt, weil Dauerkrach zu viele Gedanken und Gefühle zu oft bindet.

2. Versöhnung gelingt am besten, wenn ...

beide Konfliktparteien sich entscheiden, ob sie Recht behalten oder Leben gewinnen wollen. Manchmal gibt´s nur eins von beiden.

3. Der erste Schritt zur Versöhnung ist ...

am schwersten: Die Verletzung mutig und präzise benennen, um Vergebung bitten und Vergebung gewähren, die Wunde vernarben lassen und sie nicht dauernd aufpulen, bis sie neu eitert.

4. Ich habe Versöhnung erlebt, als ...

mir Frau und Kinder, Freunde und Kollegen meine Reue glaubten, meine Entschuldigung akzeptierten und mir viele Male eine zweite Chance gaben.

5. Eine Welt ohne Versöhnung wäre ...

die Hölle. Ist sie ja schon in vielen geografischen und sozialen Gegenden der Welt.

6. Ein Weg zur Versöhnung zwischen Homosexualität und Glaube wäre ...

wenn alle, die das für unversöhnlich halten, schwule Söhne und lesbische Töchter hätten. Und eine Liste all jener biblischen Verbote bei sich trügen, die sie täglich übertreten: Kleidung aus Mischgewebe tragen, Seafood essen, ohne Kopftuch zum Gottesdienst gehen etc.

7. Ich habe mit dem Thema Homosexualität Friede gefunden, als ...

Nöö, mit dem Thema habe ich keinen Frieden gefunden. Aber mit schwullesbischen Brüdern und Schwestern im Glauben. Deren Sexualität halte ich bis zum Beweis des Gegenteils für eine Schöpfungsvariante Gottes. Zu meinen afrikanischen Freunden sage ich nicht "Sei doch nicht so schwarz" und zu Freunden mit asiatischer Lidfalte nicht "Mach mal die Augen richtig auf". Sondern ich respektiere sie als das, was sie ganz unübersehbar sind : Kinder Gottes, anders als ich.

Inhaltsübersicht zwischendrin 2016