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Zitate vom PapstKardinal-Fehler - vertritt Rom eine Kirche der Nächstenhiebe ?Damit uns klar ist, wie gewisse graue Häupter der kath. Kirche über uns denken, im folgenden ein paar Zitate aus der kürzlich veröffentlichten, heiß umstrittenen Verlautbarung aus der Feder Kardinal Ratzingers. Hinter dem nüchternen Titel "Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen" verbirgt sich ein flammender Aufruf an alle katholische Politiker : Der Papst erachtet Homosexualität als beunruhigendes moralisches und soziales Phänomen. Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Aber die homosexuelle Neigung ist objektiv ungeordnet. Katholische Lehre ist : Die Ehe und die Komplementarität der Geschlechter legt eine Wahrheit vor, die der rechten Vernunft einsichtig ist. Keine Ideologie kann dem menschlichen Geist die Gewissheit nehmen, dass es eine Ehe nur zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts gibt , denn die gegenseitige personale Hingabe ist ihnen eigen und ausschließlich... Aber den homosexuellen Lebensgemeinschaften fehlt auch gänzlich die eheliche Dimension, welche die menschliche und geordnete Form der geschlechtlichen Beziehungen ausmacht. In der Handhabung von Ehe und homosexuellen Lebensgemeinschaften gebe es keinerlei Fundament, irgendwelche Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn. Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. Die Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften brächte schweren Schaden für das Gemeinwohl Insbesondere das Einfügen von Kindern in homosexuelle Lebensgemeinschaften durch die Adoption bedeutet faktisch, diesen Kindern Gewalt anzutun in dem Sinn, dass man ihren Zustand der Bedürftigkeit ausnützt, um sie in ein Umfeld einzuführen, das ihrer vollen menschlichen Entwicklung nicht förderlich ist. Eine solche Vorgehensweise widerspreche offen einem Grundsatz... der UNO über die Rechte der Kinder. Der Politik werden von daher diskrete und kluge Stellungnahmen empfohlen, die dazu dienen sollen den unsittlichen Charakter dieser Art von Lebensgemeinschaften klar herauszustellen und den Staat auf die Notwendigkeit hinzuweisen, das Phänomen in Grenzen zu halten, damit das Gewebe der öffentlichen Moral nicht in Gefahr gerät... Denn vor allem die jungen Generationen dürften nicht einer irrigen Auffassung über Sexualität und Ehe ausgesetzt werden, die sie des notwendigen Schutzes berauben. Gruppierungen, die sich für eine rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften einsetzen, müssen daran erinnert werden, dass die Toleranz des Bösen etwas ganz anderes ist als die Billigung oder Legalisierung des Bösen. Die Gesetzgebungen zu Gunsten der homosexuellen Lebensgemeinschaften widersprechen der rechten Vernunft. Katholischen Politikern werden daher folgende ethischeAnweisungen erteilt : Stünden rechtliche Schritte zur Anerkennung homosexueller Lebenspartnerschaften zur Debatte, sei es sittliche Pflicht des kath. Parlamentariers, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzentwurf zu votieren, denn so schwerwiegend ungerechten Gesetzen seine Stimme zu geben, sei auch eine schwerwiegend unsittliche Handlung. Sei dies nicht mehr möglich, habe er Gesetzesvorschläge zu unterstützen, die die Schadensbegrenzung eines solchen Gesetzes zum Ziel haben. Rechtliche Schutzmaßnahmen für homosexuelle Lebenspartnerschaften seien ohnehin überflüssig, da für dasIndividuum auch anders ausreichend durch allgemeines Recht erreichbar. Dagegen sei es eine schwerwiegende Ungerechtigkeit, das Gemeinwohl und die authentischen Rechte der Familie zu opfern, um Güter zu erlangen, die auf Wegen garantiert werden können und müssen, die nicht für die ganze Gesellschaft schädlich sind. Die katholische Kirche sieht hierin ihren zwingenden Auftrag für die Welt, denn die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften oder deren Gleichsetzung mit der Ehe würde bedeuten, nicht nur ein abwegiges Verhalten zu billigen und zu einem Modell in der gegenwärtigen Gesellschaft zu machen, sondern auch grundlegende Werte zu verdunkeln, die zum gemeinsamen Erbe der Menschheit gehören. Papst Johannes Paul II. hat die vorliegenden Erwägungen... approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet. Diese Ausführungen sind so fern jeder Realität und fern jeder Wahrheit, dass ich es für unter aller Würde halte, darauf argumentativ eingehen zu wollen. Nicht umsonst kam eine offensichtlich völlig ihrer Fassung beraubte Politikerin als Kommentar zu der Formulierung "Entgleisung ". Bei allem Respekt für die Person des Papstes und mancher anderer seiner zurückliegenden Entscheidungen : Ich hoffe, dass sich entsprechende Kräfte in der katholischen Kirche mit dem hier angewandten Vokabular ähnlich selbst diskreditieren wie einst Erich Honecker mit seinem legendären "Überholen ohne einzuholen" und seinem Spruch vom ewigen Fortbestehen des quot;antiimperialistischen Schutzwalls" der Berliner Mauer. Beim Lesen musste ich unwillkürlich daran denken, dass Jesus selbst der heiligsten Sache der Welt voraussagte, dass ihre Feinde sie mit allen Mittel bekämpfen würden, sie bewusst falsch wiedergeben, sie verzerrt in der Öffentlichkeit darstellen sowie Verleumdungen und Unwahrheiten über sie verbreiten würden (Matth. 5, 11). Meines Erachtens versucht die katholische Kirche hier einen Zug aufzuhalten, der längst ins Rollen gekommen ist und dem Gott das Signal gab für "Freie Fahrt". Zum Glück lebt der Herr dieser Kirche außerhalb der rückwärtsgewandten Zeitrechnung ihrer menschlichen Führer. Und hat in seiner Zeitrechnung ein recht humorvolles Timing: am selben Tag (der Veröffentlichung) kam im Fernsehen ein Film über "schwule Elternpaare", der die Vergewaltigung der Kinder absolut Lügen strafte. Herrn Ratzinger möchte ich zu seinem Aufruf gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften folgendes Wort sagen, das auch von einem alten Herrn und Führer einer konservativen Glaubensrichtung stammt : "Überlegt euch gut, was ihr mit diesen Leuten tun wollt... Darum rate ich euch jetzt: Laßt von diesen Menschen ab, und gebt sie frei; denn wenn dieses Vorhaben von Menschen stammt, wird es zerstört werden; stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten, sonst werdet ihr noch als Kämpfer gegen Gott dastehen !" (Apg. 5, 35.38.39). © 2003 Valeria (Dies ist die Druckversion von: http://www.zwischenraum.net/aktuell-zitatevompapst03-08-07.htm) |