GOTTESBILD

Lasst euch versöhnen mit Gott! - 2. Kor. 5,20

Jesus versöhnt – das ist ganz offensichtlich notwendig. Zwischen Menschen und auch zwischen Menschen und Gott...

Jesus versöhnt –

wahrscheinlich fallen den meisten sofort ein paar Ereignisse aus dem Leben Jesu dazu ein: Jesus erzählt Geschichten von der Versöhnung, wie die vom verlorenen Sohn. Jesus versöhnt die ungleichen Schwestern Maria und Martha. Jesus bringt den korrupten Zachäus dazu, den Ausgleich mit denen zu suchen, die er betrogen hat. Und immer wieder lädt Jesus Leute an seinen Tisch ein, die schon gar nicht mehr damit gerechnet haben, dass Gott oder sonst jemand sich noch für sie interessiert.

Jesus versöhnt –

vielleicht fallen dir sogar Beispiele aus deinem eigenen Leben ein. Wo hat Jesus dich schon mit Menschen zusammen gebracht, um die du normalerweise einen großen Bogen gemacht hättest? Wo hat Jesus dir Kraft gegeben, über den eigenen Schatten zu springen und nach einem Streit den ersten Schritt zu machen? Wo hat Jesus dir schon die Augen geöffnet und dir geholfen, dein Gegenüber aus Gottes Blickwinkel zu sehen?

Jesus versöhnt –

das ist ganz offensichtlich notwendig. Zwischen Menschen und auch zwischen Menschen und Gott. Aber wer muss da eigentlich versöhnt werden? Was die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen angeht, schleicht sich immer mal wieder ein fataler Gedanke in den Glauben ein: So als würde Gott beleidigt und zornig im Himmel sitzen und sauer auf uns Menschen sein, wenn wir es wieder mal nicht schaffen, nach seinem Willen zu leben. Klar: So ein Gott müsste erst einmal versöhnt werden, bevor er sich überhaupt noch mit uns Menschen abgibt.

Nur: Das hat Jesus an keiner Stelle verkündet. So ein Gott wäre in seinem Verhalten verdächtig menschlich. Aber darum geht es eigentlich: Wir Menschen brauchen Versöhnung. Der Apostel Paulus hat das in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth auf den Punkt gebracht:

Ja, in Christus war Gott selbst am Werk, um die Welt mit sich zu versöhnen. Er hat den Menschen ihre Verfehlungen nicht angerechnet. Und uns hat er sein Wort anvertraut, das Versöhnung schenkt. Wir treten also anstelle von Christus auf. Es ist, als ob Gott selbst die Menschen durch uns einlädt. So bitten wir anstelle von Christus: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2. Korinther 5,19-20)

Wir Menschen müssen mit Gott versöhnt werden. Nicht umgekehrt. Gerade, weil wir oft viel zu menschlich von Gott denken. Als wäre er so berechnend und nachtragend, wie wir Menschen das oft genug sind. Aber so ist Gott nicht.

Gott ist größer als unser Misstrauen, größer als unser Kleinglaube, größer als unsere Engstirnigkeit und unsere Angst. Denn Gott ist weitherziger, verständnisvoller, gnädiger als wir Menschen es uns vorstellen können. 

Das ist die Botschaft, die Jesus den Leuten immer wieder nahe gebracht hat – und das tut er bis heute. Und das möchte er nicht ohne uns tun. Das sollen wir verstehen und an andere weiter geben. Ich kann mir jedenfalls keine befreiendere, keine bessere Nachricht vorstellen, als Menschen das sagen zu dürfen: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“

Inhaltsübersicht zwischendrin 2016


Geschrieben von Christian Lerch
2016

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