Ich will das Verlorene wieder suchen…

Predigt Zwischenraum-Gottesdienst

Jahrestreffen 16.08.2026
Valeria Hinck

Als der Vorstand an mich herantrat: Könntest du dir vorstellen, die Predigt zum JubiläumsGottesdienst zu halten? – da dachte ich: „Jooah…“ – …vielleicht am besten zum Zwischenraum-Vers aus Hesekiel 34?, da dachte ich: „Ja!“ Der Grund ist: Dieser Vers war vor Jahrzehnten mein „Visions-Vers“ für Zwischenraum. Keine Bibelstelle schien mir dem Handeln Gottes mit-in-an Zwischenraum besser zu entsprechen. Und Günter (Baum) gefiel der Vers damals so gut, dass er meinte: „Den setzen wir auf unsere Homepage!“ Von wo er dann den Weg auf die Postkarten fand, die nun auf euren Sitzen liegen. Dass dieser Vers also mit der Predigt-Anfrage wie ein Bumerang zu mir zurückkehrte, empfinde ich sehr dankbar als eine Ehre und als etwas, das ich nicht mit „Nein!“ beantworten konnte…

Noch immer könnte ich bei diesem Vers eine Gänsehaut bekommen, weil er so ins Schwarze trifft. Nun, da dies keine Bibelarbeit, sondern eine Predigt werden soll, will ich auf eins nur kurz eingehen: Natürlich wurde dieser Vers (und das ganze Kapitel darum herum) im Original nicht zu Zwischenräumlern gesagt… Noch nicht einmal zu Christen, sondern zu jüdischen Menschen vor fast 3000 Jahren. Menschen, die aus ihrer israelischen Heimat durch die damalige Großmacht der Chaldäer verschleppt worden waren nach Babylonien, wo sie fern der Heimat, fern dem Land ihrer religiösen und historischen Verwurzelung als Menschen zweiter Klasse leben mussten. Wo sie sich entwurzelt und weggeworfen fühlen mussten, herausgerissen aus der Geborgenheit unter Angehörigen, Vertrauten und Bekannten. Ihre Sehnsucht galt der Heimat, freilich einer, in der es längst drunter und drüber ging und wo die Zerschlagung des kompletten Reiches Juda bevorstand. Durch die Zeit vor dieser Katastrophe (mit der endgültigen Eroberung und Zerstörung Jerusalems) und auch in den Jahren danach begleitet der Prophet Hesekiel diese Deportierten sowohl mit Ermahnung als auch Trost. Beides findet sich in der großen „Hirtenrede“, die das ganze Kapitel 34 umfasst.

Aber gerade durch diese Hirtensymbolik wird es zu einem sehr überzeitlichen Bild, das mir den Mut (und ich glaube auch die Berechtigung) gibt, mit diesen Versen heute speziell zu euch zu sprechen. Kaum ein Prophetenbuch im AT hat dieses Hirten-Bild nicht aufgegriffen und in den Evangelien und auch den Briefen des NT ist es fast allgegenwärtig, v.a. im Blick auf Christus,(1).

In der Antike waren Hirt*innen sehr präsent -und auch historisch korrekt darf man hier ruhig gendern, denn obwohl der Hirtenberuf vorwiegend männlich besetzt war, gab es auch weibliche Hirtinnen(2). (Wenn ich im folgenden aber nicht „durchgendere“, dann dort nicht, wo es mir historisch nicht passend scheint, bzw. wo es Menschen betrifft, die selbst eben gerade nicht gendern würden…).

Wahrscheinlich damals halt doch eher Der Hirte war in der Antike auch ein eingängiges Sinn-Bild. Gerade Israel war von seinen Anfängen an ein Volk der „Kleinvieh-Zucht“ (vgl. Gen 47,3), in der Haltung von Schafen und Ziegen bestand geradezu das volkswirtschaftliche Rückgrat. Der Hirte gehörte zum „nationalen Narrativ“: bereits die Patriarchen waren Hirten oder auch David, der große König, war Hirte – und der Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte“ stellte womöglich auch damals schon einen Bestandteil gottesdienstlicher Liturgie dar.

Seltsamerweise hat es sich aber selbst bis in unsere Zeit als ein zu Herzen gehendes Bild bewahrt. Die meisten können damit etwas anfangen, obwohl doch die wenigsten noch praktische Erfahrung mit dem Schafehüten haben. Über die Jahrtausende hinweg ist es offenbar so tief in unser kollektives Bewusstsein gerutscht, dass es zu einem Archetyp wurde, ein über alle Generationen in unserer Kultur und Seele verankertes Motiv. Etwas in uns weiß, dass es da um Schutz, Geborgenheit, Trost geht; um ein Achthaben auf uns, um Einsatz für uns und zu unserem Wohl.

Es gibt Texte, da geht es zwar um eine historische Situation und historische Adressaten, aber letztlich um etwas Grundsätzliches im Wesen Gottes (und der Menschen) – und daher gilt der Text auch uns heute und hier im Zwischenraum.

Drei, bzw. vier Hirten-Bilder stellt uns das Kapitel 34 vor – wobei das vierte ein endzeitliches Motiv aufgreift, das ich heute außen vorlasse. D.h. es wird hier um die ersten drei Abschnitte gehen mit Auszügen aus den Versen 34,1-22 und 31, die ich jeweils abschnittsweise lese und voranstelle.

Das erste Bild klingt unerfreulich: Wehe den Hirten!

Ein Text, der den düsteren Auftakt bildet mit einer recht trostlos klingenden Bestandsaufnahme. Hier bezieht sich das Bild vom Hirten nicht auf Gott, sondern auf die Menschen, die damit betraut wurden, ein Hirtenamt für andere auszuüben. In der damaligen Vorstellung entsprachen den „Hirten“ die Fürsten, die Hofbeamten, die Richter, die Priester: Sie sollten dem Volk als Hirten dienen (wohlgemerkt: dienen). Heute würde man darin vermutlich Politiker*innen, Staatsdiener*innen, Pädagog*innen sehen – und natürlich nicht zuletzt eben Priester oder Pastor (lat. Pastor – der Hirte) und überhaupt Menschen in Verantwortung in christlichen Gemeinden.

Also: Wehe den Hirten – Gott… ist sauer!

Ich lese (etwas gekürzt) die Verse aus 1-10 (2-6.9.10)

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels und sag zu ihnen:
So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die Herde weiden?
Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die Weide.
Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht und die starken misshandelt ihr.
Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere. Meine Herde irrte auf allen Bergen und Höhen umher und war über das ganze Land verstreut. Doch keiner kümmerte sich um sie; niemand suchte sie.
So spricht Gott, der Herr: Nun gehe ich gegen die Hirten vor und fordere meine Schafe von ihnen zurück. Ich setze sie ab, sie sollen nicht mehr die Hirten meiner Herde sein. Die Hirten sollen nicht länger nur sich selbst weiden: Ich reiße meine Schafe aus ihrem Rachen, sie sollen nicht länger ihr Fraß sein.

Schafe haben viele Feinde, denen sie ziemlich wehrlos gegenüberstehen: Bären, Wölfe, Diebe, aber eben auch Krankheiten oder z.B. ihr recht schlechter Orientierungssinn und ihre Neigung, anderen hinterherzurennen, egal wohin (selbst in den Pennymarkt…). Darum brauchen sie Hirt*innen.

Was hat ein (katholischer) Bischof als Zeichen seines Amtes in den Händen? Einen gekrümmten Hirtenstab. Die Bezeichnung Bischof kommt von griech. episkopos: der Vorsteher, der Aufseher. Vorsteher, Aufseher – das wurde zumindest aus biblischer Perspektive gerade nicht als Recht auf Macht; Gewaltausübung und Ausbeutung oder Kontrolle und Manipulation verstanden. Sondern als Hirten-Amt, dafür, sich verantwortlich zu fühlen, Sorge zu tragen, sich für das Wohl der Anvertrauten einzusetzen. Eben „Auf-seher“ als einer, der darüber hinschaut, wie es diesem oder jenem Schaf geht.

Heute ist Bischof/Bischöf*in ein kirchlicher Titel, den wir, glaube ich, ruhig übertragen dürfen auf Menschen überhaupt, die eine verantwortliche Position in der Gesellschaft und v.a. in jeglicher christlichen Gemeinde ausüben. D.h., natürlich gibt es auch in jeder freikirchlichen Gemeinschaft solche Menschen, die zu einer Hirten- und episkopos-Aufgabe berufen sind.

Schafe haben viele Feinde. Darum brauchen sie Hirt*innen. Aber was ist, wenn die schlimmsten Feinde die Hirt*innen selbst sind? Die Missbrauchsfälle in den Kirchen sind ein besonders schreckliches Beispiel (aber eben nur ein Beispiel) dafür, dass Menschen in diesem Amt kläglich versagen. Wer andere Menschen missbraucht und ausbeutet (ob körperlich, ob geistlich, geistig, psychisch, finanziell), der hat zunächst mal eben sein Amt als Hirte und Hirt*in missbraucht für persönliche unlautere Zwecke. Das ist kein christliches Phänomen, aber da, wo die von Gott Beauftragten wie diese schlechten Hirten Israels sind, empfinden wir es besonders schmerzhaft.

Gott zieht in unserem Text diese Hirten zur Rechenschaft und hält ihnen vor, dass sie jeden Vorteil, den ihr Amt ihnen bietet, schamlos zu nutzen wissen, aber das, was eigentlich Ihre Aufgabe wäre, nicht wahrnehmen: nämlich die Herde auf die Weide zu führen. Auf die Weide zu führen, d.h. dafür zu sorgen, dass die Schafe gut versorgt sind. Auf seine Schafe zu achten und damit auch achtsam und achtungsvoll mit ihnen umzugehen.

Interessant, was Gott ihnen hier vorhält: Schwache stärkt ihr nicht. Kranke heilt ihr nicht. Verletzte verbindet ihr nicht. Verscheuchte holt ihr nicht zurück. Verirrte sucht ihr nicht. Und Starke misshandelt ihr. Seltsam: Gott nennt fünf Sorgenkinder und nur ein problemloses Schaf. Schlecht behandelt werden ja übrigens alle! Aber ein Verhältnis von 5:1, das entspricht ja eigentlich gar nicht der Realität. Selbst Jesus nennt in seinem Gleichnis 99 unproblematische Schafe und eben nur eines, das „aus der Norm fällt“ (Luk 15,4f). Aber Gott gibt hier nicht dem „Normalen“, dem Unproblematischen den Vorrang, sondern er erwartet geradezu: Normal-Fall, liebe Hirten, wäre es, sich um das zu kümmern, was nicht der erwarteten Norm entspricht.

Die meisten von uns erinnern sich an Zeiten, wo sie so etwas gefühlt haben (oder sich in Gemeinde als queere Menschen nach wie vor so fühlen): dass sie geistlich außen vor bleiben, draußen in dieser Einsamkeit, wo sie auf allen Bergen und Höhen umherirrten, weil sie zu spüren bekamen, dass „drinnen“ kein Platz für sie war und keiner kümmerte sich um sie; niemand suchte sie.

Vor vielen Jahren (Anfang der 90’er) hatte ich eine sympathische Stationskollegin, mit der ich schon ein paarmal über den Glauben gesprochen hatte. Irgendwann erzählte ich ihr auch, dass ich Frauen liebe und sie meinte: „Oh, da hast du es bestimmt oft nicht einfach gehabt in deinem Leben. Wie gut, dass du in deiner christlichen Gemeinde da sicherlich viel Rückhalt erfährst und da unterstützt wirst!“ Tja. Ich wusste gar nicht, was ich da sagen sollte – aber sie sprach im Grunde etwas aus, was sie zu einer Prophetin machte: Die Verletzten hättet ihr verbinden sollen, die Verscheuchten hättet ihr zurückholen sollen, die Verirrten hättet ihr suchen sollen…

Zwischenbemerkung: „Verirren“ ist für ein Hirtenvolk keine zwingende Schuldzuweisung. Schafe lassen sich leicht ablenken, haben von Natur einen hohen Fluchtreflex und eine schlechte Orientierung. Verirrte Schafe einzusammeln, gehört irgendwie schon zu den Routinetätigkeiten eines Hirten.

Wir waren es damals aber vermutlich so gewohnt, dass alles, was nicht ins heteronormative Bild passte, von Gott nicht gewollt wäre, dass wir es für normal hielten, auf alle kahlen Hügel und öden Berge verscheucht zu werden. Dass da Menschen mit einem Hirtenauftrag etwas schuldig geblieben sind, was zu ihrem Auftrag gehört hätte, kam uns vermutlich erst später in den Sinn. Völlig egal, aus welchem Grund ein Schaf verletzt, verscheucht, verirrt ist: Ein wahrer Hirte damals und wahre Hirt*innen heute dürfen das nicht einfach hinnehmen („selber schuld!“). Sondern es muss ihnen zu Herzen gehen. Es muss sie beunruhigen, berühren, beschäftigen – bis sie die 99 Schafe auf der Weide zurücklassen und dem einen hinterhergehen. Sonst sind sie schlechte Hirt*innen.

Mir geht es hier nicht darum, bestimmte Menschen auf die Anklagebank zu setzen. Aber die Sicht in Hesekiel 34 lässt uns ahnen, dass vor Gott das, was queere Menschen in Gemeinden erleben, nicht einfach nur ein hinnehmbarer Kollateralschaden ist (der aber die Schöpfungsordnung vor dem Niedergang bewahrt…). Sondern schlecht ausgeübtes Hirtenamt. Wie sehr hätten wir uns damals gewünscht, dass uns jemand mal zuhört, wie es uns dabei eigentlich geht, wie verletzend schon manche Wortwahl ist, oder auch, wie ernst es uns eigentlich mit unserem Glauben ist. Aber statt das mal stehen zu lassen, was wir von uns schilderten, wurden wir stehen gelassen, aus der Herde gedrängt und heimatlos zurückgelassen.

Unsere Hirten damals, die doch wohl Hirten in Gottes Sinn sein wollten, hätten das nicht achselzuckend dulden dürfen – weil es nicht Gottes Vorstellung von Hirtenauftrag entspricht. Gott hat ein Hirtenherz. Und wer ein Hirten-Amt als episkopos, eines Aufsehenden im Sinn eines Darüber-Hinschauenden hat, der kann dies nicht ausüben, ohne auch ein Hirtenherz zu haben.

Es wird Zeit für das Licht am Horizont mit dem 2. Bild.

Jetzt will ich selber…!

Hes. 34, 11-16

Denn so spricht Gott, der Herr: Jetzt [aber] will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern.
Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.

Auf gute Weide will ich sie führen, im Bergland Israels werden ihre Weideplätze sein. Dort sollen sie auf guten Weideplätzen lagern, auf den Bergen Israels sollen sie fette Weide finden. Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen.

Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten.

Ich will ihr Hirte sein und für sie sorgen, wie es recht ist.

„Hinni! (abgeleitet von hen)“ beginnt der Abschnitt. Nun, das ist freilich noch kein prophetischer Vorläufer eines neuen gendergerechten Pronomens im Hebräischen… Sondern heißt: Siehe!/seht her!/aufgepasst!/jetzt aber! Es markiert eine Zäsur, einen Wendepunkt: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber(3) um sie kümmern.

Wahrscheinlich kennt ihr alle den Postkarten-Spruch, der Teresa von Ávila zuordnet wird: „Christus hat niemanden auf Erden außer euch, keine Hände außer die euren, keine Füße außer die euren. … Deine Hände sind es, mit denen Er die Menschen jetzt segnen will.“

Ein toller Spruch – und dennoch lasst mich euch sagen: Zum Glück stimmt er nicht (immer). Es gibt Momente in der Geschichte und in unserem Leben, da sagt Gott: „Seht her! Jetzt will ich selber mich darum kümmern!“ Wenn Menschen eine Sache zur „Chefsache“ erklären, dann bleibt es meist bei guter Absicht, deshalb hat das Wort in unseren Ohren oft einen Beigeschmack; aber wenn Gott etwas zur Chefsache erklärt, meint er es auch so.

Der Beginn der Geschichte Israels als Volk des Bundes war so eine Chefsache: Ich habe euer Elend gesehen, euer Klagen gehört und kenne euer Leid und… bin herabgekommen… und ich werde euch herausführen aus dem Sklavenhaus (aus Ex 3,7-15) – hinzugefügt wird oft mit hochgerecktem Arm (z.B. Ex 6,6; Deut 4,34) als Zeichen seiner Aktivität. Unzählbar oft wird dieses Motiv wiederholt im AT. An einer Stelle heißt es sogar: Alles sah der HERR und es missfiel ihm sehr, dass kein Recht war. Und er sah, dass niemand auf dem Plan war, und war entsetzt, dass niemand einschritt. Da half er sich selbst mit seinem Arm (Jes 59, 15f).

Es gibt Zeitpunkte, da Gott nicht nur sieht und hört und versteht und wartet, dass ein Mensch auf den Gedanken kommt, seine Hände und Füße zu werden, sondern wo er unwillig wird, wo er sagt: „Jetzt reicht es aber! – jetzt nehme ich, der gute Hirte, das selbst in die Hand.“

Genau dieses Gefühl hatte ich für mich persönlich, nachdem ich zu Zwischenraum gestoßen war. Als hätte Gott verschiedene Fäden aufgenommen und zusammengebunden: in meinem Leben, im Leben anderer Menschen im Zwischenraum, die wir alle mit unserer Not und unseren Gedanken, Träumen und Projekten bisher fruchtlos und einsam auf allen Bergen und Höhen herumgeirrt waren; Fäden im Rahmen einer sich öffnenden Gesellschaft mit einem kurzen Zeitfenster einer rotgrünen Regierung und der Ermöglichung der Lebenspartnerschaft, Fäden in der evangelischen Kirche und zumindest einzelnen Menschen in der evangelikalen Welt, die sich nach Alternativen im Umgang mit queeren Menschen sehnten.

Das alles plätscherte hier und da so vor sich hin, aber all diese Fäden hatte Gott schon lange gesponnen und nun nahm er sie auf einmal auf, fasste sie zu einem Seil zusammen und zog daran ein Segel hoch, in das der Wind fuhr. Ich habe hier manches Mal gesessen und mir sträubten sich die Haare vor Aufregung über diesem Gefühl: hier wirkt jetzt Gott, hier weht jetzt Gottes Geist, das ist sein Eingreifen, dass das alles hier so passiert. Es war ein Moment in der Geschichte, aus dem ein momentum entstand, wie Klaus Douglass es hier einmal sagte: momentum, das ist dieses unaufhaltsame Fahrt-Aufnehmen, die innewohnende Kraft und Dynamik aus Gott in dieser Bewegung Zwischenraum.

Immer wieder gab es natürlich Stimmen, die uns als „Selbsthilfetruppe“ ansahen: die sich im Selbstmitleid suhlt, die Menschen irreführt usw. Ich aber war mir zutiefst gewiss: Nein, hier hat Gott selbst eingegriffen und gesagt: „Genug, ich will jetzt selbst Hand anlegen, siehe, ich hole meine Schafe jetzt selber zurück!“ Und in all das fügte sich dieser Vers Hes. 34, 16 eben wie die Blaupause dessen, was sich vor meinen Augen abspielte. Gott beschreibt sich nicht umsonst als der Hirte, der sich kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben (merkt ihr: nicht mitten unter den Schafen, die sowieso auf der Weide stehen).

Und neben diesem thrilling-Effekt, der all dem innewohnte, gab es wiederum diesen chilling-Kontrastpunkt, der in Vers 15 zu Wort kommt: Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen (oder lagern) lassen. Auf die Weide führen wird in unserem Bibeltext auf Deutsch als Formulierung schon fast bis zur Ermüdung wiederholt angeführt. Im Urtext finden sich da übrigens unterschiedliche hebräische Begriffe. Wovon ein Volk etwas versteht, dafür hat es meist viele differenzierende Wörter. Darum wird auch das Ruhen, das Lagern hier extra hervorgehoben. Das hat einen ganz biologischen Hintergrund: Schafe, die über eine Weide vor sich hinwandern, rupfen Unmengen an Gras und schlingen das regelrecht in sich hinein. Aber im Gras sind die nährende Stärkemoleküle gebunden und unverdaulich. Erst im Wiederkäuen und in den verschiedenen Magenpassagen werden sie aufgeschlüsselt und ernähren das Schaf. Aber dazu braucht es Ruhe, das Lagern. Ein getriebenes Schaf würde inmitten einer strotzenden Wiese und bei vollem Magen voller Rupfgras letztlich doch hungern und krank werden. Es muss lagern und ruhen dürfen.

Nun, die meisten von uns hatten irgendwie einen konstanten oder auch wechselnden Gemeindeanschluss, wo wir „auf die Weide geführt“ wurden, d.h. wo wir ein Mindestmaß an geistlicher Nahrung empfingen in Gottesdiensten, in Hauskreisen etc. Wie oft hatten wir aber traurige Übung darin, gewisse Äußerungen zu ignorieren, selektiv zu hören und wegzuhören, manches über uns ergehen zu lassen und Kompromisse zu schließen – aber letztlich waren wir oft „getriebene“ Schafe in ständiger Habacht-Stellung. Die wenigsten von uns hatten Gemeinden, wo wir ruhen konnten, wo man uns lagern ließ und wir getrost und entspannt vertrauend quasi alles verdauen konnten, was man uns bot. Ruhen und lagern – das heißt auf neudeutsch safe space. Bis heute sitze ich in frommen Gottesdiensten oft un-gelagert… Für viele wurde Zwischenraum zum einzigen „Lager-Platz“. Gottes Absicht ist jedoch: Ich werde meine Schafe auf die Weide führen und ich werde sie ruhen, sie lagern lassen.

Also könnten wir jetzt sagen: Happy End. Amen.

Aber es kommt ja noch ein 3. Bild. Leider eines, in dem sich wieder ein Misston in das Schäferidyll mischt, das ABER.

Und Gott – hat wieder Grund, unmutig zu sein…

Das 3. Bild: Ihr aber, meine Herde!
Aus Hesekiel 34, 17-22.31

Ihr aber, meine Herde – so spricht Gott, der Herr -, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken.

War es euch nicht genug, auf der besten Weide zu weiden? Musstet ihr auch noch euer übriges Weideland mit euren Füßen zertrampeln? War es euch nicht genug, das klare Wasser zu trinken? Musstet ihr den Rest des Wassers mit euren Füßen verschmutzen? Meine Schafe mussten abweiden, was eure Füße zertrampelt hatten, und trinken, was eure Füße verschmutzt hatten.

Darum – so spricht Gott zu euch: Ich selbst sorge (nun) für Recht zwischen den fetten und den mageren Schafen. Weil ihr mit eurem breiten Körper und eurer Schulter alle schwachen Tiere zur Seite gedrängt und weil ihr sie mit euren Hörnern weggestoßen habt, bis ihr sie weggetrieben hattet, deshalb will ich meinen Schafen zu Hilfe kommen. Sie sollen nicht länger eure Beute sein; denn ich werde für Recht sorgen zwischen Schafen und Schafen.

Spruch GOTTES, des Herrn: Ihr seid meine Schafe. Die Schafe meiner Weide seid ihr, Menschen – und ich bin euer Gott.

Nun wendet sich Gott genau dieser Herde zu, die er sich doch gerade wieder zusammengesucht hatte, und sagt: Ihr aber…!

Schafe brauchen Hirt*innen – und es ist schlimm, wenn diese versagen und zu Feinden mutieren. Aber was ist, wenn die Schafe einander zu Wölfen werden? Wenn Schafe eine Herde sind, aber eben nicht einträchtig, ist das oft traurig. Aber der Supergau stellt sich ein, wenn Schafe auf ihrer sicheren Weide beginnen, feind-selig miteinander umzugehen. Und doch ist dies leider keine Seltenheit. Für unser Selbstbild mögen wir das ungern wahrhaben, aber Schaf-Sein heißt nicht automatisch, dass wir besser sind oder besser handeln als die schlechten Hirten. Darum sollten wir das auch im Zwischenraum nicht allzu leichthin ausschließen. Leider finden auch Schafe/Menschen mit Diskriminierungserfahrungen ganz unschwer wieder andere, gegenüber denen sie sich selbst respektlos verhalten können.

Ich werde für Recht sorgen zwischen Schaf und Schaf: das klingt zwar nach EinheitsSchaflichkeit, aber tatsächlich unterscheiden sich Schafe voneinander. Und Vielfalt ist anstrengend. Wer sollte das besser wissen als wir… Aber schon (oder sogar ganz besonders) die christliche Urkirche musste sich genau damit herumschlagen, denn nun saßen Menschen nebeneinander als „Geschwister“, die aus den widersprüchlichsten kulturellen Hintergründen und sozialen Schichten stammten, die in der übrigen Gesellschaft nie und nimmer miteinander verkehrt hätten. Eben noch schildert Lukas in den ersten Kapiteln der Apostelgeschichte: alle die gläubig wurden, bildeten eine Gemeinschaft, sie hatten alles gemeinsam und: sie waren ein Herz und eine Seele (Apg 2,43 und 4,32) – aber schon in Kapitel 6 heißt es: Als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die einen gegen die anderen auf, weil ihre Bedürftigen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung (nach Apg 6,1).Und Paulus verzweifelt an der korinthischen Gemeinde, in der verschiedene Mitglieder einander sogar vor Gericht zerren (1. Kor 6,1-7).

Auch unter den eben noch geretteten Schafen in Hesekiel kommt es also so. Was wirft der Gute Hirte seinen Schafen hier vor? Vordergründig geht es um die Befriedigung von
Grundbedürfnissen, um Nahrung und Wasser, um die ein Konkurrenzkampf entsteht, in dem es dann mit Schultern und Hörnern zur Sache geht. Dabei klingt es bei näherem Hinsehen doch paradox: Es gibt übriges Weidegras und restliches Wasser, das zertrampelt und getrübt werden kann vor lauter Geschiebe und Gedränge, Gerempel und Gestoße, bis schließlich dieses Übrige ungenießbar ist. Offensichtlich heißt das dann doch, dass eigentlich genug für alle da gewesen wäre!

Aber es ist die Angst, zu kurz zu kommen, die den Blick auf das Offensichtliche verstellt und die Vernunft überrollt. Und dann beginnen Schafe, nicht mit dem Kopf und dem Herzen zu denken, sondern mit den Hörnern und mit den Schultern (wir würden im Deutschen „mit den Ellbogen“ sagen).

Eine Predigt soll eigentlich dafür da sein, Vertrauen zu bewirken. Aber ich möchte bei euch heute Misstrauen und Skepsis wecken. Misstrauen und Skepsis gegenüber allen Botschaften vom „Zu-Kurz-Kommen“ von außen und von innen. Vor allem von innen. Denn in nichts, nichts, nichts sind wir so versuchbar, so anfällig, so leicht zu packen, wie bei dem Gefühl: es ist nicht genug für alle da, ich könnte zu kurz kommen. Manchmal trifft es zu, aber öfter stimmt es eben nicht einmal – und doch schnellt es in uns hoch wie eine Sprungfeder.

Nicht umsonst schildert uns die Bibel bereits die allererste Versuchung der Menschheit so. Die Schlange packt es in geschickt formulierte Fangfragen und Worte, aber die Botschaft lautet: „Vertraut diesem Gott nicht zu sehr. Er gönnt euch nicht den Apfel in der Hand und natürlich schon gar kein bisschen Bestimmungsrecht über Gut und Böse – das wird euch vorenthalten!“ Und Eva kontert zwar zunächst brav, aber das Misstrauen ist geweckt: „Ich könnte zu kurz kommen, womöglich sind all die schönen Bäume eigentlich nur Ablenkungsmanöver und es wird uns tatsächlich etwas vorenthalten“.

Und aus diesem ersten Miss-trauen erwächst schon bei den Brüdern Kain und Abel die Miss-gunst. Und im Prinzip ist es bis heute immer das Gleiche. Die Botschaft lautet: Der Kuchen ist endlich, am Schluss wird es nicht für alle reichen, die anderen nehmen mir etwas weg. Gerade erbauen wir uns noch an der Güte und Fülle des göttlichen Hirten. Und anschließend reihen wir uns banal in eine lange, lange Schlange am Buffet oder biegen in den Straßenverkehr ein – und wie ein lauerndes Raubtier springt dieser Reflex in uns hoch: es wird nicht reichen, die anderen nehmen mir was weg, ich werde zu kurz kommen. Und schon schwenken wir ab, schon übernehmen Schultern und Hörner das Denken. Diese Botschaft klappt viel zu leicht, und dieser Reflex funktioniert viel zu schnell. Nicht umsonst zielt genau darauf in Populismus und Propaganda jede Hetzrede, beruht auf dieser Masche so viel Werbung, funktioniert leider auch zu vieles im gemeinschaftlichen christlichen Leben.

„Nur solange der Vorrat reicht“ oder „alle haben schon, nur du nicht“ – das sind die harmloseren Varianten in der Werbung. Politik fährt meist schärfer auf. Unsere Finanzen werden alle verschwendet, weil abwechselnd die da oben oder die da unten, die „vielen“ faulen Sozialschmarotzer, die Migrantenflut oder die reichen jüdischen Eliten uns was wegnehmen. Und unser geistiges und geistliches Kulturgut wird uns auch weggenommen, weil die ganzen Perversen und Genderwahnsinnigen alles kaputtmachen wollen.

Werdet skeptisch, werdet misstrauisch gegenüber euch selbst und den griffigen Botschaften von außen, wenn auf diesen Knopf gedrückt wird! Denn es ist der Tod jeder Gemeinschaft, wenn wir anfangen mit den Schultern zu denken und mit den Hörnern zu argumentieren! Oft genug ist drohender Mangel noch nicht mal echter Mangel. Oft wäre mehr Rücksicht kein wirklich großer Verzicht. Und selbst da, wo Mangel herrscht, selbst da, wo der Kopf sich fragt, ob er Schultern und Hörnern nicht vielleicht Recht geben muss: Denkt an all die Geschichten von einer wunderbaren Brotvermehrung im Alten wie im Neuen Testament, in der selbst noch der Mangel unter Gottes Segen am Schluss für alle reicht(4) . Wir Menschen sind es, die sagen „Schick die Leute weg, das Essen ist zu wenig für alle, 5 Brote und 2 Fische, die reichen ja schon für uns selber nicht!“ – und es ist Gott, es ist Jesus, der sagt: „Teilt das! Teilt das aus, was ihr habt! Denkt nicht mit Schultern und Hörnern, sondern mit dem Herzen und ihr werdet satt werden.“

In Schaf-und-Schaf-Konflikten kann es um materielle Dinge gehen und um quantitative Verteilungsfragen: weniger Zuschüsse, weniger gutes Essen, weniger Angebote, etc. Aber eben auch um Nicht-Materielles mit hoher qualitativer Bedeutung, wo sich die einen von den anderen nicht ausreichend berücksichtigt oder verdrängt fühlen (und meist beklagen dabei die anderen wiederum dasselbe von den einen!)

Das Liedgut z.B., das gesungen wird: Wo die einen Heimat empfinden, fühlen sich die anderen fremd im eigenen Haus.

Oder wie gendergerecht ist der Sprachgebrauch und in welchen Situationen? Wo sich die einen – endlich! – gesehen fühlen, finden sich die anderen vertrauter und geschätzter Begriffe beraubt – man kann diese Reihe immer neu fortführen.

Erliegt dabei nicht der Täuschung, ihr selber wärt, wenn es zu Konflikten kommt, immer nur auf der „guten“ Seite: also bei den Schafen, die von den anderen mit Schultern und Hörnern herumgeschubst werden, selbst aber Unschuldslämmer bleiben. Gott will für Recht sorgen zwischen Schaf und Schaf, aber das Potenzial für die gute oder die schlechte Entwicklung liegt auf beiden Seiten und ist auch wandelbar in jeweiligen Situationen. Und seltsamerweise fühlen sich eben die einen oft von den anderen überrollt und die anderen wiederum als Opfer der einen.

Die Bibel ist voll von Beispielen, wie Völker, wie ganze Gesellschaften und wie christliche Gemeinschaften auseinanderfallen, weil irgendwann Schultern und Hörner die Oberhand bekommen, sei es in materiellen oder geistig-geistlichen Fragen. In über 20 Jahren Zwischenraum-Begleitung kann ich nur sagen: bei uns hat es sehr oft und sehr heftig gefunkt und gefetzt. Gott sei Dank haben wir im Zwischenraum immer wieder den Weg zueinander gefunden! Und Gott sei Dank zeigt uns auch die Bibel immer wieder Beispiele auf, wo eine „Schafherde“ die Kurve zum Miteinander kriegt. Im Grunde geht das immer nur über die Bereitschaft, sich in die andere Seite hineinzuversetzen, über das wechselseitige Zuhören und Verstehen(wollen), den Dialog und das gegenseitige Aufeinander-Zugehen, die Bereitschaft zur Großzügigkeit und zu einem Kompromiss. Die anderen anschauen, den anderen ins Gesicht sehen – das geht nicht, wenn jemand nur noch seitwärts mit den Schultern drängt und gesenkten Kopfes mit den Hörnern stößt.

Es ist nicht unbedingt bewusste Bosheit, wenn am Schluss das Gras zertrampelt und das Wasser trüb wird – wenn Stimmungen vergiftet und Brücken abgebrochen sind und gute Projekte im Sand des Missmuts verlaufen. Aber klares Wasser und unversehrtes Gras bleiben eben nicht von selbst bewahrt, sondern da, wo ein Schaf sich dem anderen zuwendet, ihm wohlwollende Aufmerksamkeit schenkt und freundliche Verantwortung für andere Schafe übernimmt.

Ja, man könnte zusammenfassend sagen: ein Stück Hirtengesinnung erwartet Gott auch von jedem Schaf gegenüber seinen Mitschafen.

Wehe den Hirten: Vor Gott wiegt es sehr schwer, wenn Hirt*innen ihrem Amt nicht gerecht werden und Schafe aus der Herde verloren gehen lassen, sie nicht achten und nicht auf sie achten.

Jetzt will ich selbst: Wenn Menschen versagen, ergreift Gott die Initiative und erschafft etwas, womit niemand mehr gerechnet hat: eine Oase des Wahrnehmens und des Annehmens, wo wir vom Anspannungs-Modus zur Ruhe finden Ihr aber, meine Herde: Vor Feinden behütet, vor den schlechten Hirten gerettet, mit bester Weide versorgt. Und doch brauchen wir Gottes Hilfe und Bewahrung auch vor uns selbst und in unserer Angst davor, zu kurz zu kommen, damit wir Schafe mit Hirtengesinnung werden können.

Doch wie sehr die Hirten versagen, wie sehr selbst die Mit-Schafe enttäuschen – die Zusage bleibt:

Die Schafe meiner Weide seid [und bleibt] ihr, Menschen – und ich bin euer Gott.

Amen!

Fußnoten:
(1) Christus als „große Hirte der Schafe“ im Hebräerbrief oder als „Hirte und Aufseher eurer Seelen“ bei Petrus (Hebr. 13,20 und 1. Pt 2,25)
(2) So wird Rahel, eine der Stammuttern Israels, als Hirtin geschildert oder auch Zippora, die spätere Frau des Mose (Gen 29,6b; Ex 2,16f)
(3) Im Hebräischen nicht durch das Wort für selbst ausgedrückt, sondern durch die ausdrückliche Voranstellung des Wortes Ich (will…), Dies wäre nach der hebräischen Grammatik jedoch nicht nötig, da sich die handelnde Person bereits aus der Form des Tätigkeitswortes ergibt, sondern es betont den Handelnden, quasi: Ich, ich will…
(4) (vgl. Mt 14,15-20; Ex 16,11-18; 2. Kön 14,42-44)